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Die
Marienthaler "Elche"
2. Doch nicht nur der kapitale Ober-Elch Hayo musste einsehen, dass die Elch-Population für zukünftige Revierkämpfe zwischenzeitlich doch etwas ergraut war. 3. Sicher, Dribbel-Elch Volker, ballgewandt und durchtrainiert vom breiten Scheitel bis zur Sohle, war nie besser in Form. Auch den Pinsel-Elch Micky, in einem malerischen Gesamtzustand, dazu seit Jahr und Tag abstinent, kann der Bundestrainer nicht wirklich überraschen. Doch an einigen alten Kampfgefährten sind die bewegten Tage in den Sumpfniederungen Marienthals nicht spurlos vorbeigegangen. Besonders in der Verteidigung des Elch-Reviers finden wir noch einige Exemplare aus den Gründerzeit des Rudels. Zum Beispiel den Schuppen-Elch Thomas. Einst ebenso berühmt wie gefürchtet ob seiner unbarmherzigen Keule, lahmt das stattlich gewachsene Rotwild mit der behaarten Schnauze heute an beiden Vorderhufen. Ähnlich vom Schicksal gepeinigt tritt der Ötti-Elch vornehmlich nur noch mit Vollkörper-Bandage an. Ein Veterinär mit Anstand würde hier seine Pflicht tun. Doch auch an den hinteren Außenflanken der Elch-Abwehr hat sich im Laufe der Evolution eine gewisse altersbedingte Inkontinenz entwickelt. Die abschreckende Wirkung auf den Gegner lässt beim Teddy-Elch, einst ein Tier wie ein Baum, in letzter Zeit doch ein wenig zu wünschen übrig. Auch Dr.-Elch Thomas G. erschrickt mit seiner Kamikaze-Taktik meistens nur noch das eigene Rudel und Opi-Elch Dieter hat seine besten Szenen mittlerweile zweifellos an der Tränke. 4. Wie dem auch sei: Das Rudel brauchte dringend frisches Blut. Die Probleme konnten nur Jungtiere lösen. Aber bitte nicht zu jung, und nicht zu gut, auch nicht zu hübsch oder zu schnell oder gar mit vollem lockigen Haar ? eben elchig sollten sie sein. Ein kleiner Rantzen vorne schadet garnix, ein kräftiger Magen zur Verdauung der Gärungssäure des Gerstensaftes war von Vorteil. 5. Schon vor einiger Zeit suchte der Springer-Elch Toffel, gedrungen in der Statur, aber mit flinken Hufen beseelt, die Nähe des Rudels. Auch Solo-Elch Porly, ein potentes Renntier (drei Junior-Elche) mit ausgeprägtem Eigensinn ("wer abgibt ist Feige"), sah man immer öfter mit der alten Herde die Turniere abgrasen. Auch Platten-Elch Joachim, vom (dürftigen) Fell her schon ein alter Hase, genießt ebenfalls den Schutz der Gemeinschaft. Frisch von der Wiese trabten weitere strammes Jungtiere rüber. 6. So verjüngt, dürfte den Elchen so bald keiner mehr das Revier streitig machen. Und wenn das nächste Mal so eine A-Klasse um die Ecke biegt, passen sie halt besser auf.
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